Schon vor 200 Jahren wurde versucht
mit Solarenergie zu kochen. Zunächst kamen einfache Kochkisten
zum Einsatz, später wurden im Auftrag von Napoleon III.
Solarkocher mit Parabolspiegeln für die französischen
Kolonialtruppen entwickelt. Die Nutzung von Solarkochern wurde
erst vor ca. 50 Jahren wieder entdeckt und seit ca. 20 Jahren
wird in verschiedenen Entwicklungsländern die Etablierung
der Solarkocher vorangetrieben. Inzwischen hat sich die Anwendung
in vielen Teilen der Erde verbreitet. So werden unter anderem
Solarkocher in Teilen Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas
verwendet.
Wie funktioniert ein Solarkocher
? Was leistet er ?
Ein Solarkocher vom Typ SK 14 ist eine einfache Parabolspiegelschüssel
(1,4 m Durchm./28 cm Brennweite)mit Reflektorblechen aus Aluminium.
Diese Reflektorbleche sind einzeln austauschbar und somit
sehr wartungsfreundlich. Durch die Spiegel wird das Sonnenlicht
auf einen Punkt gebündelt, in dessen Mittelpunkt sich
die Aufhängung für den Topf befindet. Solarkocher
vom Typ SK 14 Koe haben bei voller Sonneneinstrahlung eine
Leistung von ca. 600 W (in größeren Höhen
2000 - wesentlich mehr). 3 Liter Wasser können in 30
Minuten kochen ! Die Leistung ist für eine Familie mit
6-10 Personen ausreichend, bei 2 Mahlzeiten. Es können
Töpfe bis ca. 12 Liter aufgesetzt werden. Auch können
Pfannen mit flachem und gewölbtem Boden verwendet werden.
Der Solarkocher muss nur alle 20-30 Minuten der Sonne nachgeführt
werden. Zur Arbeit am und mit dem Topf wird der Reflektor
so geschwenkt, dass der Topf im Schatten steht und bequem
und gefahrlos zu handhaben ist.
Welche Typen gibt es ?
Es existieren viele unterschiedliche Solarkocher. Unter anderem
gibt es auch Kochkisten, die mit doppelter Deckelverglasung
und dem dadurch entstehenden Treibhauseffekt arbeiten. Nachteil
dabei ist allerdings der Wärmeverlust beim Öffnen
zum Umrühren.
Unser Interesse liegt vor allem bei den SK 14 - Kochern,
deren Grundmodell von Karl Kölle weiter entwickelt wurde.
Die jetzige Version ist sehr benutzerfreundlich, da das Ausrichten
auf die Sonne enorm vereinfacht wurde. Eine Veränderung
der Position ist nicht schwer, da der Kocher um seine Mittelachse
drehbar ist. Der Reflektorschirm ist ebenfalls drehbar gelagert,
die verschiedenen Stellungen werden mit einer Scheibenbremse
fixiert.
Die optimale Ausrichtung nach der Sonne erfolgt mittels eines
Stabes, der bei größtem Wirkungsgrad keinen Schatten
mehr wirft. Ein weiterer Typus, der ebenfalls in Karl Kölles
Solarwerkstatt hergestellt wird, ist der elektrisch über
Uhrwerk gesteuerte Solarkocher. Hier muss der Spiegel nicht
mehr per Hand der Sonne nachgeführt werden, sondern dies
wird elektrisch über Uhrwerk gesteuert. Photovoltaikmodule
liefern den dazu nötigen Strom.
Warmhaltekorb
Zu jedem Solarkocher gehört ein Warmhaltekorb mit Topf.
10 Liter Wasser mit 95 °C um 17:00 Uhr in den Warmhaltekorb
gepackt, ist am anderen Morgen um 8:00 Uhr noch ca. 50 °C
heiß. Angegartes Kochgut in den Warmhaltekorb gegeben
gart durch eigene Wärme weiter. |