Im Januar 1997 flog der Allgäuer
Karl Kölle mit zwei Solakochern im Gepäck nach Nepal.
Weil der gelernte Maschinenbauingenieur die Zeit der Rente sinnvoll
nutzen wollte, hatte er das Ansuchen der EG Solar Alltötting
angenommen, ein halbes Jahr in Nepal zu verbringen und das Centre
for Rural Technology in Kathmandu bei der Produktion von Solarkochern
zu beraten. Trotz aller Probleme, mit denen sich Karl Kölle
tagtäglich konfrontiert sah, begeisterte er sich so sehr für
den Einsatz solarer Technik in Nepal, dass er schnell eigene Ideen
und Vorstellungen entwickelte und die Dinge selbst in die Hand zu
nehmen begann. Er schloss die Beratertätigkeit ab, verlängerte
seinen Aufenthalt und errichtete Anfang 1998, zusammen mit einem
nepalischen Partner, eine Solarkocher-Werkstatt in Patan/Sanepa
- Kathmandu.
Aktuelle Aktivitäten der Solarwerkstatt
In der Werkstatt werden zwei verschiedene Solarkochermodelle hergestellt:
eine verbesserte Version des Solarkochers SK 14, daneben ein durch
Solarzellen und Elektronik bzw. Uhrwerk gesteuerter Kocher, der
sich automatisch nach dem Lauf der Sonne richtet (Infos
über Solarkocher). Inzwischen konnten etliche Kocher ihren
Platz an verschiedenen Orten Nepals finden: Kocher stehen z. B.
im Kinderhaus der deutschen Nepalhilfe Beilngries in Lubhu, ein
weiterer ging jeweils an die dortige Gemeindeverwaltung und die
Mary Wards - Schule. Solarkocher sind auch in Schulen und Krankenstationen,
im Waisenhaus von Shangrila/Govinda e. V. in Chapagaun, in einem
Kinderdorf in Pokhara, Muktinath, im Terai und im Sherpaland etc.
zu finden, ca. 30 sind am Anapurna-Trek installiert, weitere folgen
laufend.
Die Werkstatt widmet sich neben der Produktion von Solarkochern
auch anderen solaren Projekten. So konnte z. B. mit Fördergeldern
der Deutschen Botschaft in Nepal und in Zusammenarbeit mit der Universität
Kathmandu im Hospital von Dhulikhel ein solar gestütztes Warmwassersystem
installiert werden und ein weiteres in Planung genommen werden.
Ziele und Pläne:
Es sollen noch
viele Solarkocher in der Werkstatt gebaut werden und an den verschiedenen
Orten Nepals ihren Einsatz finden. Für die nahe Zukunft ist
der Bau von Solarkochern für eine tibetische Schule mit 120
Kindern und für ein Kinderdorf in Pokhara geplant, sowie für
die Flüchtlingslager in Damak.
Die bestehende
Solarwerkstatt soll ausgebaut und neue Werkstätten in verschiedenen
Regionen des Landes sollen gegründet werden.
Weitere solare
Technik, wie solare Warmwasserbereitung oder solare Heizung soll
entwickelt werden und zum Einsatz kommen.
Nepalis sollen
die Möglichkeit erhalten in den Werkstätten ausgebildet
zu werden.
Die Werkstatt
wurde übergeben.

Die weitere Verbreitung von Solarkochern ist jedoch vor allem ein
finanzielles Problem. Um der massiven Abholzung entgegen zu wirken,
müssen die Kocher insbesondere die Bevölkerungskreise
erreichen, die ihre Mahlzeiten über Holzfeuern zubereiten.
Dies sind jedoch in großer Mehrzahl die völlig Mittellosen.
So besteht z. B. ein überaus großer Bedarf in den Lagern
der über 100.000 Flüchtlinge aus Bhutan und in den Tibeterlagern.
Hier konnte bereits die positive Erfahrung gemacht werden, dass
die Solarkocher sehr gut angenommen werden und ein gemeinsames Kochen
über Kastengrenzen hinweg bewirkten.
Karl Kölle betreibt die Solarwerkstatt mit großem Idealismus
und beispiellosem Einsatz ehrenamtlich und finanzierte das gesamte
Projekt - von vereinzelten Spenden abgesehen - bislang selbst. Dies
setzt den angestrebten Zielen unnötige Grenzen. |